Planungsgeschichte

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1994 Rahmengutachten „Nachnutzungen“

Lange vor der Schließung des Flughafens im Oktober 2008 haben sich Planer Gedanken über die Nachnutzung des Areals gemacht.

 

Die damalige Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umweltschutz beauftragte 1994 ein erstes Gutachten, das die wesentlichen Rahmenbedingungen möglicher städtebaulicher Konzepte untersuchen sollte.

 

Schon damals wurde deutlich gemacht, was auch heute noch integraler Bestandteil der Planungen ist: Jede Nachnutzung muss die klimatische Bedeutung des Freiraums für die umliegenden, dicht bebauten Bezirke Friedrichshain-Kreuzberg, Neukölln und Tempelhof-Schöneberg berücksichtigen.

 

Das Büro Hentrich-Petschnigg & Partner (HPP) hat 1994 gemeinsam mit den Landschaftsarchitekten Seebauer, Wefers und Partner einen ersten städtebaulichen Entwurf für den Standort vorgelegt. Dieser überführte die Form des Flughafengebäudes in eine ellipsenförmige, kompakte Randbebauung, mit dem ehemaligen Flugfeld als zentralem Freiraum.

1995 Konzeptwerkstatt

1995 wurde dieser Entwurf in einer mit internationalen Experten besetzten Konzeptwerkstatt überprüft. Das Gremium forderte, die monumentale Herrschaftsgeste des Flughafengebäudes zu „brechen“. Einig waren sich die Experten - unter ihnen Alsop & Störmer, Maria Auböck, Harald Bodenschatz, Tilman Buddensieg, Dieter Hoffmann-Axthelm, Peter Latz, Josep Lluis Mateo, Hans Christian Müller, Jürgen von Reuß, Bernhard Schneider, Otto Steidle, Bernhard Strecker und Inge Voigt - dass der Standort  gesamtstädtische Ausstrahlung besitzt und damit entsprechende Nutzungen nach sich ziehen müsse. Die Experten forderten einen offenen Entwicklungsprozess, der über einen großen Zeitraum hinweg gedacht werden sollte. Bereits damals stand die Sicherung und Qualifizierung der zentralen Freifläche – dem heutigen Tempelhofer Park – im Mittelpunkt der Entwicklung.

1998 Zukunftswerkstatt Tempelhof

1998 wurden in der "Zukunftswerkstatt Tempelhof " die Planungsziele weiter konkretisiert. Sie waren die Grundlage für den Masterplan, der für die nächsten 10 Jahre das künftige Bild für die Nachnutzung des Flughafens prägen sollte.

 

Der Entwurf der Landschaftsarchitekten Dieter Kienast , Günther Voigt und des Architekten Bernd Albers ist von der Idee eines "Wiesenmeers" geprägt. Die Flughafennutzung bleibt als Spur der Erinnerung in das Gelände eingeschrieben und die einzigartige Weite inmitten der dicht gebauten Stadt weiterhin erlebbar. Ein "Ringboulevard" zeichnet das bisherige Flugfeld nach und umgrenzt den ausgedehnten Freiraum. Der Ring ist gleichzeitig Erschließung für die unterschiedlichen Baufelder an den Rändern und setzt diese zueinander in Beziehung.

 

Das Wiesenmeer sollte von verschiedenen "Stadtmodulen" eingefasst werden: Der denkmalgeschützte Gebäudekomplex des Flughafens mit künftigen Nutzungen in den Bereichen Freizeit, Technologieentwicklung und Wissensvermittlung; ein "Themenpark Fliegen" mit zum Tempelhofer Damm hin vorgelagerten Solitären für Büronutzungen sowie kommerzielle Unterhaltungs- und Erlebnispavillons in den unterschiedlichen Hallenbauten; standortverträgliche, gewerbliche Nutzungen entlang der Stadtautobahn; ein Sportpark im Südwesten des Ringboulevards, der die bestehenden Sportanlagen integriert; zwei urbane Wohnquartiere: Eines westlich der "Schillerpromenade", das andere zwischen dem neu entstehenden Park und der Hasenheide.


Marginalinhalt

Freie Zeit auf freier Fläche

Sport treiben, Spazierengehen und Entspannen. Die Tempelhofer Freiheit bietet ausreichend Platz für unterschiedliche Aktivitäten.