"Ein Labor für Zwischennutzungen"

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Zwischen- und Pioniernutzungen sind Produkte des wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Strukturwandels.  Dort, wo die ursprüngliche Nutzung eines Areals zu Ende geht, entstehen Freiräume: Experimentierfelder für neue Ideen und kreative Potenziale.

 

Pioniere sind keine Großinvestoren. Sie treiben ihre Initiativen und Projekte meist mit geringen Mitteln und hohem persönlichen Engagement voran. Sie beleben den Raum und machen ihn auch für andere attraktiv - über kurzfristige Initiativen bis hin zu Projekten, die nachhaltig wachsen, sich professionalisieren und dauerhaft verstetigen können.

 

Die spontane, ungeplante Nutzung freier Flächen ist charakteristisch für Berlin. Bislang wurden die informellen Zwischen- und Pioniernutzungen kaum aktiv und konsequent in den formalen Planungsprozess einbezogen.  Das Land Berlin will dies ändern und betritt mit dem Pionierverfahren neue Wege. Dies ist ein offener Prozess. Wenn er erfolgreich ist, kann die Tempelhofer Freiheit zu einem Modellort der partizipativen Stadtentwicklung werden.

Pioniere knüpfen an das Vorhandene an, sie nutzen bestehende Ressourcen, arbeiten aus Überzeugung mit lokalem Bezug und sorgen für die wechselseitige Verknüpfung der Tempelhofer Freiheit und der umliegenden Quartiere. Pioniere kommen aus den Bereichen Wirtschaft, Technologie, Bildung, Handwerk, Soziales, Kultur und schaffen neue Ökonomien, die sich im Erfolgsfall auch arbeitsmarktpolitisch auswirken.

Die Pioniere sind Teil der Gesamtentwicklung der Tempelhofer Freiheit. Sie sind im eigentlichen Wortsinn Wegbereiter. Die Pioniere der Tempelhofer Freiheit sollen ökonomisch selbsttragend sein, mit den bestehenden lokalen Ressourcen agieren und an der Aufwertung und Qualifizierung des Standortes mitarbeiten.

 

Im günstigsten Fall läuft die Entwicklung der Pionierprojekte mit der des Standortes parallel und verbindet sich zu einer spezifischen und einzigartigen Qualität. In anderen Fällen werden die Pioniere den geplanten Nutzungen weichen. Von allen Beteiligten wird daher eine hohe Aufmerksamkeit und Verantwortung für den gesamten Prozess erwartet, auch über das eigene Projekt hinaus. Schließlich prägen auf diese Weise alle Bürgerinnen und Bürger, die als Akteure in das weitere Verfahren eingebunden sind, die Entwicklung dieses historisch bedeutenden Ortes. Die Pioniere der Tempelhofer Freiheit setzen Entwicklungen in Gang, von denen sie selber profitieren können und gestalten gleichzeitig einen Raum für kommende Generationen.

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